Trocknen und Dry-Packing

Bauteile trocknen

Die für die Gehäuse von integrierten Schaltkreisen verwendeten Kunststoffe haben die Eigenschaft, Feuchtigkeit einzulagern. Dieses kann je nach Verarbeitung problematisch sein, da sich beim
Lötvorgang möglicherweise im Bauteil ein starker Druck aufbaut, der zu Mikrorissen oder sogar zu deren Aufplatzen führt (Popcorneffekt). Mit zunehmender Verkleinerung der Bauteile wird dieses Problem immer wesentlicher. Um derartigen Schäden vorzubeugen, werden ICs in der Regel nur "trocken" verarbeitet. Üblicherweise erfolgt die Anlieferung vom Bauteilhersteller aus diesem Grunde in einem "Dry-Pack".

Dry-Packing

Das Dry-Pack besteht aus einem speziellen metallisierten Kunststoffbeutel, der wasserdampf-undurchlässig ist. Luftfeuchtigkeit kann somit nicht an die herstellerseitig getrockneten Bausteine herankommen. Werden die Tüten beschädigt oder wurden sie nach dem Anbruch nicht sofort wieder verschweißt, ist eine erneute Trocknung notwendig. HTV bietet Ihnen diesen Service an. Dazu erfahren die Bauteile eine Temperaturbehandlung bei entsprechend geringer Luftfeuchtigkeit. Anschließend werden diese wieder zusammen mit einem Feuchte-Indikatorstreifen und einem Trocknungsmittel in ein Dry-Pack verpackt, vakuumisiert und verschweißt.

MSD-Levelverfolgung

Bauteile, die feuchteempfindlich sind, bezeichnet man als MSDs (Moisture Sensitive Devices). Die Hersteller definieren für ihre Produkte einen sogenannten MSD- Level, der ein Maß für die erlaubte Öffnungszeit eines Dry-Packs ist. Diese Zeit kann unbegrenzt sein oder aber auch nur wenige Stunden betragen. Sehr kurze zulässige Öffnungszeiten stellen für die Verarbeitung eine logistische Herausforderung dar. Durch ein luft-dichtes Verschließen der Ware zwischen den einzelnen Arbeitsschritten werden bei HTV die Öffnungszeiten so kurz wie möglich gehalten. Die Zeiten, in denen die Dry-Packs geöffnet waren, werden protokolliert, von der erlaubten Öffnungszeit in Abzug gebracht, und die Ware wird anschließend entsprechend gekennzeichnet.

Langzeit-Stickstoffverpackung

Ist es notwendig, Bauteile besonders lange aufzubewahren, z. B. als Ersatzteile, findet ein spezielles Dry-Pack-Verfahren Anwendung. Dazu werden die getrockneten Teile zusätzlich gepolstert in eine besonders feste Tüte verpackt, mit Stickstoff gespült und anschließend vakuumisiert, so dass sich nach dem Verschweißen keine oxidations-fördernden
Sauerstoffmoleküle mehr in der Tüte befinden.