Bauteile im Tiefschlaf warten auf ihren Einsatz

Bauteile im Tiefschlaf warten auf ihren Einsatz


Mittlerweile mehr als ein Jahrzehnt forscht die Firma HTV aus Bensheim bereits auf dem Gebiet der „Lebenserhaltung“ von elektronischen Bauteilen und Baugruppen und kann dabei auf fast 8 Jahre Erfahrung in der aktiven Konservierung von elektronischen Komponenten zurückblicken.

In dem eigens für die Konservierung und Lagerung errichteten Hochsicherheitsgebäude befinden sich aktuell mehr als 100 Mio. Bauteile und Baugruppen und warten im „Tiefschlaf“ auf den Abruf seitens des Kunden.

HTV hatte bereits zum Zeitpunkt der damaligen Umstellung auf „bleifrei“ in 2003 ein schlüssiges und umfassendes Konzept zur geeigneten Langzeitlagerung von Bauteilen und besitzt daher einen kaum einzuholenden Vorsprung in dieser komplexen Thematik.

Herausforderung bei dieser Art der Lagerung sind die vielfältigen Alterungsprozesse, die bereits nach 1-2 Jahren dazu führen können, dass eine Verarbeitung von Bauteilen nicht mehr möglich, bzw. dass deren Funktionalität beeinträchtig oder überhaupt nicht mehr gegeben ist. Ausgangspunkt für die Entwicklung eines geeigneten Verfahrens zur Konservierung war daher die detaillierte Identifizierung und Analyse sämtlicher involvierter Alterungsprozesse sowie deren Auswirkungen auf die unterschiedlichsten elektronischen und elektromechanischen Komponenten.

In der Vergangenheit war man der irrigen Ansicht, dass die Lagerung in Stickstoff die Alterungsprozesse stoppt. Heute weiß man, dass damit lediglich die Oxidation für 1-2 Jahre verhindert wird! Eine nachhaltige Reduzierung der Alterungsprozesse ist nur durch komplexe Adaption und Steuerung der Umgebungsbedingungen während der Lagerung möglich.

Die von HTV prognostizierten Lagerzeiträume von 30 bis 50 Jahren können erreicht werden, indem im Vorfeld und auch lagerungsbegleitend umfangreiche Analysen und Prozesskontrollen durchgeführt werden, die den aktuellen Zustand der Komponenten dokumentieren und eine geeignete Anpassung der Lagerungsparameter dadurch ermöglichen.

Speziell entwickelte Systeme zur Absorbtion von korrosiven Schadstoffen sowie neuartige Funktionsfolien und adaptierte Temperaturprofile während der Lagerung sind dabei die Schlüsselfaktoren des TAB®-Lagerverfahrens.

 

Langzeitkonservierung als kostengünstige Alternative zum Redesign

Werden Bauteile durch die Hersteller abgekündigt, ist die Fertigung kompletter Baugruppen möglicherweise bedroht. Besonders bei extern aufwendig zertifizierten Produkten sowie hochwertigen und langlebigen Gütern besteht in dieser Hinsicht ein erhebliches Risiko.

Kostspielige, langwierige Redesigns und resultierende Neufreigaben sind oft die Folge.

Aus diesem Druck heraus wird in vielen Fällen stattdessen ein „Last time buy“ durchgeführt, wobei der voraussichtliche Bedarf für die nächsten Jahre bestellt und unter Standardbedingungen gelagert wird.

Problematisch bei dieser Vorgehensweise ist, dass die meisten am Markt verfügbaren Bauteile für eine konventionelle Langzeitlagerung aufgrund ihres inneren Aufbaus nur schlecht oder überhaupt nicht geeignet sind. Da z.B. die Schichtdicke der Reinzinnoberflächen von  Anschlusspins nur wenige Mikrometer beträgt, ist diese sehr anfällig für die allgegenwärtigen Diffusionsprozesse. Bereits nach 1-2 Jahren diffundiert somit das Kupfer aus dem Inneren bis an die Oberfläche durch  -  Lötprozesse werden damit unmöglich!

Die althergebrachte Stickstofflagerung ist daher kein geeignetes Verfahren, da sie ausschließlich die Oxidation der Metalloberflächen für kurze Zeit verhindert!

Das von HTV entwickelte Verfahren zur Langzeitkonservierung TAB® bietet hingegen eine echte Lösung für Lagerzeiträume bis zu mehreren Jahrzehnten! Bewährte Produkte werden so zu wettbewerbsfähigen Preisen  zukunftsfähig!

Dem hohen ideellen Wert der abgekündigten Bauteile, die noch für Jahrzehnte Kundenprodukte am Leben halten sollen, wird zudem durch die ausgeklügelte Sicherheitsphilosophie bei HTV Rechnung getragen: Das speziell konzipierte Hochsicherheitsgebäude berücksichtigt durch vielfache Maßnahmen insbesondere Risiken wie Naturkatastrophen oder Diebstahl. Zusätzlich ist die Entstehung eines Brandes durch das innovative Verfahren der Sauerstoffreduktion in den gesamten Lagerbereichen unmöglich!

Die Nachfrage nach dem einzigartigen Lagerkonzept von HTV erfordert aktuell die Erweiterung der vorhandenen Lagerflächen des Hochsicherheits-Lagergebäudes um fast 8000qm durch zwei Neubauten!


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