HTV-Institut für Materialanalyse bietet Expertise gemäß dem internationalen SAE-Standard AS6081 zur Ermittlung von Bauteilfälschungen an

2. November 2021

Gefälschte elektronische Bauteile:
Vermeidung, Erkennung, Schadensbegrenzung und Entsorgung

Mit der akustischen Mikroskopie (engl. „Scanning Acoustic Microscopy“, kurz SAM) bietet HTV im eigenen Institut für Materialanalyse neben Röntgeninspektion, Prüfung der Lötkontaktbeschichtung mit RFA oder REM/EDX, Bauteilöffnung, Temperaturwechselbelastung, Elektrischen Tests, Burn-In, etc. die komplette Bandbreite der geforderten Inspektionsmethoden beim SAE-Standard AS6081 an.

Abbildung 1: Neue Techniken der Fälscher sind immer schwerer nachweisbar. Sie schleifen die alte Beschriftung ab und verwenden anschließend das abgeschliffene Material, um dieses mit Epoxidharz erneut auf die Bauteiloberfläche aufzubringen. Somit wird das ursprüngliche Erscheinungsbild des Gehäuses erhalten. Anschließend werden die Teile neu beschriftet. Das Problem: Ein Wischtest ist in diesem Fall ohne Befund (links). Eine Untersuchung solcher Bauteile mit einem Scanning-Acoustic-Microscop (SAM) hingegen bringt die originale Schrift, und somit die Wahrheit, ans Tageslicht.

Die AS6081 Norm wurde als Reaktion auf die erhebliche und zunehmende Menge an gefälschten elektronischen Bauteilen geschaffen, die verstärkt in die Lieferketten der Luft- und Raumfahrtindustrie eindringen und erhebliche Risiken für Leistung, Zuverlässigkeit und Sicherheit bilden.

AS6081 stellt einheitliche Anforderungen, Praktiken und Methoden zur Verfügung, um das Risiko von Fälschungen in der Lieferkette zu mindern. Die proaktive Identifizierung zuverlässiger Teilequellen, die Bewertung und Minderung des Risikos gefälschter Teile, Inspektionsanforderungen, die Kontrolle von Teilen, die als Fälschungen entdeckt werden, und die Meldung verdächtiger und bestätigter gefälschter Teile werden in dieser Norm festgelegt.

Beim Kauf und Verkauf von sogenannten EEE-Bauteilen (elektrischen, elektronischen und elektromechanischen Bauteilen) an das US-Militär, müssen Produkte, die außerhalb der OEM-Kanäle (Original Equipment Manufacturer) also auf dem freien Markt bezogen werden, nach dem AS6081-Standard geprüft werden.

Insbesondere in der aktuellen Marktsituation, in der viele Hersteller aufgrund des globalen Chipmangels gezwungen sind, Bauteile aus fragwürdigen Quellen zu beziehen, ist die Einhaltung dieser strengen Norm auch für elektronische Komponenten, die für den kommerziellen oder industriellen Gebrauch bestimmt sind, von Vorteil.

Das HTV-Institut für Materialanalyse bietet als eines der wenigen Testhäuser in Deutschland diese AS6081-konforme Prüfung an, die als eine der besten Möglichkeiten gilt, minderwertige Teile auszusortieren, die die Produkt- oder Systemleistung beeinträchtigen könnten.


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